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Artikel aus dem Landesverband Saarland :: Besser wählen ! (Kumulieren und Panaschieren - auch im Saarland?)

Kumulieren und Panaschieren


Für den noch jungen Landesverband Mehr Demokratie Saarland gibt es etliche `Baustellen´. Bislang stand und steht die Änderung der Landesverfassung hin zu besseren Möglichkeiten direkter Demokratie natürlich im Vordergrund.

Nach dem Wegfall der 5%-Klausel bei Kommunalwahlen  nun auch in Schleswig-Holstein (BVG-Urteil vom 13.2.08) - womit jetzt in 14 von 16 Bundesländern auch kleinere Wählergemeinschaften und Einzelpersonen bessere Chancen haben – wird Mehr Demokratie Saar jedoch auch hier initiativ werden.

Aber auch das Wahlrecht selbst bedarf nach Auffassung von MD-Saar dringend einer Änderung.

Weniger als 3% der bundesrepublikanischen Bevölkerung sind in Parteien organisiert. Diese knapp 3% -  nicht aber die übrigen Wähler, die im herkömmlichen Wahlsystem nur eine Stimme für eine Partei abgeben können - entscheiden über ihre Kandidaten und präsentieren sie in einer bestimmten Rangfolge. Diese Reihenfolge, die die jeweilige Partei für ihre Wahlliste beschlossen hat, entscheidet darüber, wer nach den Wahlen ins Parlament einzieht.

 
Bei Kommunalwahlen wird in den meisten Bundesländern – allerdings nicht im Saarland - jedoch ein Wahlrecht angewandt, bei dem der Wähler mehrere Stimmen hat und diese auf verschiedene Parteien verteilen kann (Panaschieren), oder auch bestimmte Kandidaten besonders fördern kann, indem er sie mit mehreren Stimmen wählt (Kumulieren). Er kann natürlich  auch „traditionell“ wählen, indem er mit seinem Kreuz für eine Partei die so genannte Listenstimme vergibt. Die Parteien haben damit zwar noch das Recht zu entscheiden, wen sie aufstellen wollen. Entscheidend anders aber:  der Wähler kann die Reihenfolge auf der Liste verändern. Kreuzt er Kandidaten an, die weit unten auf der Liste der Partei stehen, so rücken diese bei der Auszählung nach oben und verdrängen dort andere Kandidaten.

 
Die demokratischen Einflussmöglichkeiten der Wähler erhöhen sich durch das Kumulieren und Panaschieren entscheidend. Die Kandidaten sind gezwungen, sich auch auf die Wähler, nicht nur auf die Listenaufstellung innerhalb der Partei zu orientieren. Der Wähler hat die Möglichkeit, quer durch die Parteien und unabhängig von vorgegebenen Listenplätzen für jene Kandidatinnen und Kandidaten zu stimmen, die aufgrund von Kompetenz und Integrität sein besonderes Vertrauen genießen.

 
Mehr Demokratie ist möglich. Die Erfahrungen in der Mehrzahl der Bundesländer sprechen für sich.


von: Dr. Robert Karge/ Mitglied des Vorstandes Mehr Demokratie Saarland e.V.



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Autor: Redaktion
 
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